Prämierte Weingüter in der Toskana

Weinberge von La Gerla - La Gerla
Weinberge von La Gerla - La Gerla
Die Toskana gehört zu den erfolgreichsten Weinregionen der Welt. Sechs Spitzenwinzer produzieren hier ihre prämierten Tropfen.

Das Land zwischen dem Apennin und dem Tyrrhenischen Meer ist eine der schönsten Kulturlandschaften Europas. Typisch für den Weinanbau in dieser Region ist, dass es nur wenige zusammenhängende Rebflächen gibt. Sechs prämierte Weingüter aus diesem Gebiet sind Fattoria Le Pupille, Petrolo, Montevertine, Guado al Melo, La Gerla und Borgo Salcetino.

Fattoria Le Pupille

Die Geschichte der Fattoria Le Pupille ist eng verbunden mit dem Leben von Elisabetta Geppetti. In den 70er Jahren baute das Weingut auf zwei Hektar Land Sangiovese an und produzierte daraus einen guten Rotwein. Ende der 70er Jahre übernahm die junge Winzerin die Fattoria Le Pupille. Sie verfolgte das ehrgeizige Ziel, auf dem kleinen Weingut nur noch große Weine herzustellen. 1985 erblickte der Morellino di Scansano das Licht der Welt. 1987 wurde erstmals der Saffredi produziert. Die Weine haben mittlerweile die höchsten Auszeichnungen bekommen.

Morellino di Scansano aus den Rebsorten Sangiovese, Alicante und Malvasia Nera wurde vom Wine Spectator und von Parker mit jeweils 88 Punkten sowie von Gambero Rosso mit zwei Gläsern ausgezeichnet. Der Cuvée besticht durch einen fruchtigen, samtigen Geschmack mit duftendem Bouquet.

Der Saffredi, der 18 Monate in Barrique-Fässern reift und mehrere Monate in der Flasche, hat vom Wine Spectator 94 Punkte und von Parker 96 Punkte erhalten. Dazu kommen fünf Trauben von Duemilavini und zwei rote Gläser von Gambero Rosso. Der Poggio Valente trägt 92 Parker Punkte, 91 Wine Spectator Punkte, zwei rote Gläser Gambero Rosso und vier Trauben von Duemilavini.

Montevertine

Das Weingut Montevertine liegt mitten in der Hügellandschaft des Chianti. Im Jahr 1967 kaufte der Handwerker Sergio Manetti das Anwesen als Ferienhaus, renovierte es und führte es in seinen ursprünglichen Zustand zurück. Gleichzeitig pflanzte er auf zwei Hektar Land Weinstöcke und verarbeitete die Trauben in einem kleinen Keller. Seine Idee war, Wein für Freunde und interessierte Kunden herzustellen. Schon der erste Jahrgang war sehr erfolgreich, und Sergio Manetti entschied, einige Flaschen auf der führenden Weinmesse Italiens, der Vinitaly in Verona, vorzustellen. Die Resonanz war so groß, dass sich der Hobby-Winzer fortan nur noch auf die Weinkellerei konzentrierte. Neue Weinberge wurden angelegt und neue Weinkeller gebaut. Seit 2000 führt Sergios Sohn Martino Manetti das Weingut, auf dem mittlerweile auf einer Fläche von 18 Hektar Wein angebaut wird. Etwa 90 Prozent der Trauben sind Sangiovese, die restlichen zehn Prozent sind Colorino und Canaiolo Trauben.

Zu den prämierten Weinen von Montevertine gehört Le Pergole Torte aus ausgewählten Sangiovese-Trauben. Er reift 18 Monate in Holzfässern aus slawonischer Eiche, sechs Monate in Barrique-Fässern und weitere sechs Monate in der Flasche. Dieser elegante Rotwein hat 96 Parker Punkte und mit drei Gläsern die Bestnote von Gambero Rosso bekommen. Der Ausbau des Rotweins Montevertine erfolgt in der gleichen Zeit und den gleichen Fässern wie Le Pergole Torte. Dieser Cuvee aus 90 Prozent Sangiovese und zehn Prozent Canaiolo-Trauben wurde von Parker mit 90 Punkten und von Gambero Rosso mit drei Gläsern veredelt.

Petrolo

Lucia Bazzocchi Sanjust und ihr Sohn Luca Sanjust betreiben das Weingut Petrolo. Die Winzerfamilie achtet bei der täglichen Arbeit auf maximale Sorgfalt. Die Weinlese ist zwar nicht limitiert, aber sehr fein ausbalanciert. Dank dieser genauen Balance sind die Trauben bei der Ernte voll ausgereift und verleihen dem Wein eine perfekte Harmonie von Frucht, Säure und langem Abgang.

Beim Ausbau der Weine spielt das Holz der Fässer eine zentrale Rolle. Der fertige Wein lagert in Barrique-Fässern, die kontinuierlich beobachtet werden. Zurzeit prüft die Winzerfamilie, welche Barrique-Arten am besten zu den Charakteristika der jeweiligen Weine passen. Dieser Einsatz wird belohnt: Der Petrolo Galatrona aus Merlot Trauben präsentiert sich mit 95+ Parker Punkten und 98 Wine Spectator Punkten. Der Petrolo Torrione aus Sangiovese Trauben wurde von Parker mit 92 Punkten und vom Wine Spectator mit 94 Punkten ausgezeichnet.

Azienda Agricola Borgo Salcetino

Die Azienda Agricola Borgo Salcetino befindet sich im Herzen des Chianti-Gebiets, in der Gemeinde Radda. Auf 15 Hektar finden sich die autochtonen Rebsorten Sangiovese und Canaiolo sowie Merlot und Cabernet Sauvignon.

Zu den herausragenden Weinen gehört der Borgo Salcetino Chianti Classico Ris. Lucarello, der mit 90 Wine Spectator Punkten, zwei Gläsern von Gambero Rosso und vier Trauben von Duemilavini gekürt wurde. Er reift zehn Monate in Barrique-Fässern und mehrere Monate in der Flasche. Das Bouquet dieses Rotweins erinnert an Kirschen und Himbeeren. Sein Geschmack ist fruchtig, voll, mit guter Struktur und kräftigen, aber dennoch runden Tanninen.

Der Borgo Salcetino Chianti Classico reift sogar 24 Monate in Barrique-Fässern und weitere Monate in der Flasche. Noten von Lakritze, Waldbeeren und Vanille bestimmen das Bouquet. Der volle Geschmack überzeugt durch ausgewogene Tannine und einen sehr langen Abgang.

La Gerla

Im Herzen der Toskana, in der kleinen Weinregion Montalcino, liegt das Weingut La Gerla. Der Eigentümer, Sergio Rossi, arbeitete früher in der Werbebranche als Geschäftsführer einer großen Agentur. Die Liebe zu den Weinbergen führte dazu, dass er in der Weinkellerei eine zweite Karriere startete.

Seine Vision war, mit modernster Technologie und traditionellem handwerklichen Know-how erstklassige Weine zu produzieren. Gemeinsam mit einem Team aus erfahrenen Fachleuten hat Sergio Rossi sein Ziel verwirklicht. Der Brunello Vigna gli Angeli wurde vom Wine Spectator mit 92 Punkten ausgezeichnet, La Gerla Brunello di Montalcino hat von Parker 93 Punkte bekommen. Das Bouquet enthält blumige Noten von Veilchen und Iris sowie fruchtige Akzente von Waldbeeren. Die trockenen Weine schmecken warm, harmonisch und samtig.

Guado al Melo

Das Weingut Podere Guado al Melo liegt im Herzen des Bolgheri Gebiets. Auf drei Hektar erntet das Unternehmen die Trauben – Cabernet Sauvignon, Cabernet Franc sowie Sangiovese und Merlot – für die opulenten Weine. Der junge Winzer Michele Scienza betreibt das Weingut zusammen mit seiner Familie. Der studierte Önologe weiß, wie wichtig höchste Sorgfalt und Aufmerksamkeit in jeder Phase der Wein-Produktion sind – ebenso wie ein intaktes Öko-System. Dieses feine Gespür kommt in den edlen Tropfen von Guado al Melo zum Ausdruck: Guado al Melo Antillo Bolgheri Rosso reift zwölf Monate in Eichenfässern und mindestens drei Monate in der Flasche. Für sein ausgeprägtes Bouquet hat Duemilavini drei Trauben vergeben. Auch der Rosso Bolgheri Rosso wurde mit drei Trauben ausgezeichnet. Der Ausbau des Guado al Melo Superiore Bolgheri Rosso erfolgt sogar über drei Jahre – zwei Jahre reift der Spitzenwein in Eichenfässern und weitere zwölf Monate in der Flasche.

Kerstin Gehlhaar, Kerstin Gehlhaar

Kerstin Gehlhaar - Ich bin Journalistin - und Konsumentin. Deshalb widme ich mich seit Jahren den Themen, die auch für mich persönlich interessant ...

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